Der Cavaliere sieht nicht wirklich gut aus. Seine engsten Vertrauten haben ihm gesteckt, dass weitere drei Mann von Bord gehen – und das seien vermutlich nicht die Letzten. Die Mehrheit ist dahin. Na bitte: Voodoo wirkt. Doch der wackere Ritter
sagt: „Ich kämpfe weiter, ich hab die Mehrheit!“ Er hängt in den Seilen am Boxring, okay. Sind ja auch erst bei Voodoo Tag 8.

Schon bös‘ angeschlagen war er vom G20 Gipfel zurückkehrt. Nicht nur die EU auch der Weltwährungsfond gedenkt Kommissare zu schicken, die über den Fortschritt irgendwelcher längst nicht beschlossenen Massnahmen wachen, die Italien vor dem Bankrott retten sollen. Berlusconi nennt sie Consultants, wie solche Leute, die auch Unternehmen beraten. Hört sich schnittig an. Nach: „Los Jungs, den Kahn kriegen wir wieder flott!“ Leider nein, tatsächlich werden die Jungs Kontrolleure sein, die den Wirtschaftsminister zum Diktat rufen. Italien ist nicht zu groß, um bankrott zu gehen, aber zu groß, um gerettet zu werden – das wissen auch Merkozy & Co.

Solange Berlusconi nur den Clown gab, haben die verbündeten Kollegen brav mitgelacht. Seit Italiens Staatshaushalt ernsthaft wackelt und mit ihm der Euro, ist auch auf der internationalen Bühne Schluss mit lustig. Die Märkte sind in Aufruhr, verkünden die Reporter aus der Börse mit aufgerissenen Augen, als ob es sich um ein ungestümes Meer handelt. Mögen die Götter oder Kommissare, Consultants, Kontrolettis es mit vertrauensbildenden Massnahme beruhigen. Dem Clown vertrauen nicht mal mehr die Spekulanten an der Börse.