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Ich lese …

… aus „Vino mortale“

Vino mortale

 

27.03.2018 | 19:00 Uhr
Wedel Stadtbücherei (Rosengarten 6, 22880 Wedel)
Info:
Karten im Vorverkauf: Buchhaus Steyer (Bahnhofstraße 46, Wedel) und in der Stadtbücherei Wedel.

28.03.2018 | 20:00 Uhr
München im „Buch und Café“ (Balanstr. 14 · 81669 München)
Karten im Vorverkauf: „Buch und Café“

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Im September lese ich aus dem „Sommer unseres Lebens“ in

  • Köln: 21.09.2017 | 17:00 Uhr, Ludwigstr. 2-6
  • Hamburg: 22.09.2017 | 18:00 Uhr,  Adolphsbrücke 9-11
  • Frankfurt: 23.09.2017 | 14:00 Uhr, Kaiserstr. 5a

Die Lesungen werden in den Konzeptläden der schwedischen Designerin „Gudrun Sjöden“ veranstaltet. Nähere Info und Anmeldung direkt in den Konzeptläden

Bilder zum Buch

Wir Schreiberlinge denken uns ja allerhand Zeug aus. Fragt sich der und die geneigte/r Leser/in: Woher? Wie poppen die Bilder im Kopf auf? Tja. Antworten gibt es viele, aber eine sehr schlichte sei verraten: Alles abgehört und abgeguckt. Dem wahrhaftigen, langweiligen und lustigen Leben, wenn’s wundervoll, zum Heulen oder verrückter ist, als wir es uns ausdenken könnten. Kurz: Dem Leben auf der Spur bleiben.

Für meine Bilder für den „Sommer unseres Lebens“ bin ich 2015  nach Portugal gereist, so wie Claude es später tun sollte, und habe die Schauplätze gesucht. Nach der Musik, hier also die Bilder zum Buch …

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la vita …

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  • Als Kind am Hamburger Elbstrand gebuddelt, sich über all die dicken Schiffe gewundert, die wer-weiß-wohin fahren. Das hinterlässt Spuren.   Weiterlesen…
Ein Kommentar

in memoria …

ApresepePentema 339nfang Januar, irgendwo im ligurischen Appenin, eine ziemlich kurvige halbe Stunde vom Meer entfernt: aus dem Tal über einen Pass mit spektakulärer Aussicht auf Mittelmeer und Seealpen. Das schmale Asphaltband  kräuselt sich waghalsig in scharfen Kurven und wo es endet, dort verkrümelt sich ein Dorf zwischen Wäldern und verwilderten Terrassenfeldern – Pentema.

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Voodoo – Tag 4

Die Mehrheit ist dahin, rette sich wer kann. Aber Berlusconi wäre nicht Berlusconi, wenn er schlicht zurücktreten würde. Am Morgen danach, also nach dem „demnächst-bin-ich-dann-vielleicht-mal-weg“, drehte Berlusconi eine Runde durch Radio und Fernsehen, in La Stampa konnte man bereits ein erstes Interview lesen. Weiterlesen…

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Ein Mann – ein Haus

Das ist die neue Hütte des italienischen Ministerpräsidenten. Nein, nicht am Roten Meer, wo er mit dem ehrenwerten Onkel seiner Herzensbrecherin Ruby in den Ruhestand schnorcheln könnte. Ach was, Ruhestand, Berlusconi ist Unternehmer, ein Mann der Tat und das hat er heute einmal mehr allen gezeigt – live, auf allen Kanälen, bei schönstem Wetter auf der Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort gibt es nämlich richtig was zu retten, und da lässt sich der von Skandalen und Prozessen gebeutelte Cavaliere nicht zweimal bitten. Vor Wochen schon hatte Minister Maroni vor diesem „Exodus“ gewarnt, vor der Flutwelle der afrikanischen Flüchtlinge, die über Italien hereinbrechen würde. Arabischer Frühling schön und gut, aber wer soll die alle durchfüttern? Nun sind sie tatsächlich gekommen und es werden noch mehr kommen und wie viele nicht angekommen, sondern auf der Überfahrt ertrunken sind, das will niemand wirklich wissen. Rund 5000 Flüchtlinge aus Nordafrika sind derzeit auf der winzigen Insel, Menschen für die es kaum Unterkünfte, Kleidung, Essen, sanitäre Anlagen gibt. Als ob sie plötzlich, wie ein Tsunami über Lampedusa hereingebrochen wären.

Viele Bewohner von Lampedusa sammeln Kleidung bringen Essen, das, was sie grade haben. Und Berlusconi? Der Papi mit dem großen Herzen für bedürftige Mädchen? Es werden Schiffe kommen, verspricht er, und die werden die Flüchtlinge abholen und in Zeltdörfer in ganz Italien verteilen – nicht in den Norden natürlich, denn das Klima nahe der Alpen bekommt den Afrikanern nicht, findet Umberto Bossi, Minister und Chef der Lega Nord. Und wenn sie alle weg sind, dann kommt das Militär und putzt die Insel. So wird’s gemacht, verspricht Berlusconi inmitten seiner Claqueure, innerhalb von ein oder zwei Tagen sei das Problem gelöst. Piazza pulita, tabula rasa mit den Flüchtlingen  – das glaubt ihr nicht? Na, wartet ab, welch lustige Überraschung sich der Regierungschef für seine Bürger von Lampedusa ausgedacht hat: Damit sie ihm vertrauen, muss er einer von ihnen werden. Wie bitte? Ganz einfach: Berlusconi hat sich gestern morgen kurzentschlossen ins Internet gehängt, eine Villa auf der Insel ausgegraben – und drei-zwei-eins-meins! – gekauft! Applaus brandet auf und da lacht er ausgelassen, der Silvio, dieser Schlawiner. Nun ist er einer von ihnen, ein echter Lampedusano. Ihre Probleme sind jetzt auch seine Probleme – ist das toll?

Über den Golfplatz und ein Casino, ja tatsächlich, ein Casino!, könnte man bei anderer Gelegenheit reden, versprach Silvio noch, vielleicht bei einer Partie Karten in seiner neuen  Villa „Due Palme“?  330 Quadratmeter, direkt am Strand mit Garten und lauschiger Terrasse, Kaufpreis unbekannt. Die eine und andere Million wird’s gekostet haben, Papi hat mal wieder große Spendierhosen angehabt. Nur nicht für die, die vor den Bomben seines Bunga-Bunga Freundes Ghedafi flüchteten, deren Not für ihn nicht mehr als die Kulisse für einen populistischen Auftritt ist. Tatsächlich wäre das Anwesen natürlich auch eine feine Notunterkunft. Im Zweifel für … naja, was die Ägypter geschafft haben, sollte in Italien nicht unmöglich sein.

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„Vereinigen wir uns, lieben wir uns!“

„Brüder Italien’s, Italien hat sich erhoben“, singt heute ganz Italien und feiert die 150 Jahre junge Einheit des Staates nach Jahrhunderten der Zersplitterung und Fremdherrschaft. Den Text der Nationalhymne schrieb der patriotische Student Goffredo Mameli aus Genua. Die „Mameli“  wurde 1847 zur Hymne des Risorgimento, der aufständischen Bewegung zur Einigung Italiens. Ganz Italien singt und feiert am 17. März? Nein, nicht ganz Italien.

Schon während der Vorbereitung zum Fest kam bestenfalls gedämpfte Partystimmung auf. Die Lega Nord will sich nicht wirklich mitfreuen, denn was hat der Norden mit der Einheit Italiens am Hut, mit den armen Schluckern im Süden, mit den „Räubern aus Rom“? Gut einige Abgeordnete und Minister der Lega Nord sichern die Mehrheit der nationalen Regierung. Ohne ihre Stimmen, wohlgemerkt: einer Regionalpartei, könnte Berlusconi schlicht einpacken. Das hat natürlich einen Preis, mit denen sollte er es sich also besser nicht verscherzen. Während in Italien also grün-weiß-rote Flaggen vor Fenstern und Balkonen flatterten, schwenken im Norden viele Freunde der Lega die grüne Flagge von Padania, einem zukünftigen Kleinstaat am Flußlauf des Po. Zwar wurde auch im Regionalparlament der Lombardei eine Feierstunde zu 150 Jahren italienischer Einheit abgehalten, aber müssen sich der Vizepräsident der Region und seine Parteifreunde von der Lega die Nationalhymne wirklich antun und im Parlament mitträllern?

„Es vereinige uns eine einzige Flagge, eine Hoffnung: Auf dass wir verschmelzen, wofür die Stunde hat schon geschlagen“. nach derlei Gesang war den Herren, die stets mit grünem Tüchlein im Anzug auftreten, am Dienstag morgen offensichtlich nicht. So ganz und gar nicht. Sie verließen demonstrativ entspannt den Plenarsaal und stärkten sich in der Bar bei Capuccino und Brioche. Dabei stammten die meisten Freiheitskämpfer, die sich damals Garibaldi und der Bewegung der Einigung anschlossen vor allem aus … ja, woher wohl? Aus Norditalien. Und die „Mameli“, die später Nationalhymne wurde, war seit 1847 ihr Kampflied.

Daran erinnerte kürzlich Roberto Benigni als er den Italienern auf dem Schlagerfestival in San Remo bei maximalen Einschaltquoten eine fulminante Geschichtsstunde verpasste. Benigni rezitierte die „Mameli“ und erzählte den Italienern von ihrer Revolution. „Vereinigen wir uns, lieben wir uns. Die Einheit und die Liebe offenbaren den Völkern die Wege des Herrn“, so singt das Volk. Mit der Liebe sei es wie mit dem Tod, meinte Benigni: Entweder man ist tot oder nicht. Ein bisschen Tod gibt es nicht. Entweder man liebt. Oder eben nicht.

So sang Benigni zum Abschluss die Mameli.

 

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avanti popolo!

Was mag eigentlich die italienische Umweltministerin zu der atomaren Katastrophe in Japan sagen? Schließlich hat die italienische Regierung erst 2009 den Wiedereinstieg in die Kernenergie beschlossen. Vier Akw sollen bis 2020 gebaut werden, obwohl 1987 ein Volksentscheid den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie besiegelte. Damals wurden drei Akw endgültig abgeschaltet, vier Baustellen geschlossen. Seitdem gibt es Italien keine Akw mehr. Nun der geplante Wiedereinstieg, ausgerechnet in Italien. In einem Land, wo vor zwei Jahren in L’Aquila Neubauten wie Kartenhäuser einstürzten, weil die Erdbebengefahr unterschätzt worden war. Wo noch nicht einmal der normale Müll halbwegs sortiert entsorgt und Giftmüll kostengünstig von der Mafia im Mittelmeer versenkt wird, dieses Land will also sichere Akw bauen und kontrollieren und den Müll auch irgendwie entsorgen. Irgendwie, obwohl bis heute niemand weiß, wohin mit dem strahlenden Dreckszeug und von Sicherheit, redet im Ernst noch irgendjemand von Sicherheit?

Was also hat Umweltministerin Stefania Prestigiacomo angesichts der außer Kontrolle geratenen japanischen Atomkraftwerke zu sagen? Nichts. Italien macht weiter. Keine Kursänderung, sagt die Umweltministerin. Erschreckend schlicht, die Dame. Findet gut, dass es in Italien keine alten Akw gibt, so dass „wir wiedereinsteigen können, mit größter Umsicht und fortschrittlichster Technologie.“ Klingt das beruhigend?

Mitte Juni werden die Italiener in einem Referendum über die Atompläne der Regierung Berlusconi abstimmen.

Avanti popolo!

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… alla genovese!

Wohnen wir schon oder renovieren wir noch? Mal so – mal so. Das Schlimmste ist geschafft. Jeder weitere Pinselstrich, jedes Regal, jede Tür, die doch noch weiß lackiert … ach, nächstes Wochenende. Also, nächstes Wochenende ganz bestimmt. Und so ist der Herbst eingezogen und ausgezogen und wir sehen dem Weihnachtsbesuch hoffnungsvoll entgegen, denn der wird uns motivieren, endlich die Schuhberge hinter der Haustür hübsch in ein Regal zu sortieren, den rostigen Heizkörper im Bad auszuwechseln, die Wand im Gästebad zu verputzen und andere Kleinigkeiten zu erledigen. Man will ja bella figura machen, so italienisch sind nun doch .

Und leben wir schon in der Stadt oder kommen wir noch an? Mal so, mal so. Es gibt einen muffeligen Zeitungsverkäufer, der mir noch nie den Anflug eines Lächelns geschenkt hat, aber morgens die Repubblica aus seinem Kiosk reicht, ohne dass ich einen Ton sagen müsste. In der Bar daneben wird mir dann ebenso selbstverständlich – aber lächelnd – der Cappucino auf den Tresen gestellt. Beim tabacchi wurden mir neulich 20 Cent Skonto gewährt, weil Wechselgeld knapp  war – im geizigen Genua! Ich geh – wie alle – auf der Promenade am Meer laufen, weil das eine der wenigen halbwegs ebenen Strecken ist, und strampel auf dem Fahrrad – wie sonst nur gute Deutsche oder Italiener im knallbunten Radrenndress –  den Berg hoch nach Hause. Wir kennen ein, zwei erstklassige gelaterien und eine tolle Pizzeria, die quasi im Meer schwimmt. Haben den ersten Kindergeburtstag gefeiert – und überlebt. Das alles ist ein bisschen wie ankommen und sich langsam in das alltägliche Straßenbild einfügen.

Und nu‘ is‘ scho‘ wieder Weihnachten und Sylvester kommt gleich hinterher und damit all die guten Vorsätze für’s neue Jahr. Mein erster Vorsatz: Ich fang jetzt an zu wohnen.  Beschließe die Renovierung für beendet, räum die Werkzeugkiste an den Platz, an dem sie in einem normalen Alltag zu stehen hat, ebenso all die Schachteln mit Nägeln, Schrauben und Dübeln, Schleifpapier und Lackpinsel – all das Renovierzeugs eben, das immer noch den Flur verbaut. Dies und das wird noch erledigt werden, aber wir hüpfen jetzt erstmal mal ins Jahr 1 in Genua. Und leben wieder so normal oder unnormal wie wir eben leben.

Die nächste Baustelle wird in diesem Blog eröffnet. Der wird restauriert, restrukturiert, umfunktioniert – demnächst. Im Jahr 1 alla genovese.

Ahoi!

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