So sah es aus:

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So sieht es aus:

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Sie klingelten morgens um 6.40. Standen mit einem bedrohlichen Lkw in unserer kleinen Straße. Der war vollgepackt. Mit all unserem Kram. Drei Stunden später war der Lkw leer und das große Haus vollgepackt. Zwei Möbelpacker, die schleppten und schwitzten und fluchten und gleichzeitig Zigaretten im Mundwinkel baumeln lassen konnten, und ein Chef. Das war der mit dem dicksten Bauch, der auch am meisten lachte, während er Kiste um Kiste an die Ladekante rollerte.

Da soll man gelassen bleiben. Aug‘ in Aug‘ mit geschätzten 150 Kisten und Klavier und Regalen und Betten und Sofa und was man sonst so braucht. Wirklich braucht? Alles nur eine Illusion, würde der Zen Meister sagen. Betrachten und vorbei ziehen lassen. Darum mühen wir uns nun seit mittlerweile drei Wochen.

Mit Zen und Karatetraining haben wir uns vorher eine Woche lang auf die Schrecken der Möbelpacker und zu pinselnder Wände vorbereitet. Saßen morgens um sechs auf den Kissen, sprangen um sieben in die Karateanzüge, trainierten bis halb elf.

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Saßen mittags noch ein halbes Stündchen auf den Kissen und wenn wir nach dem Abendtraining bei Pasta und Wein den Freunden von unserem Haus und der Renovierung erzählten, dann lachten wir alle herzlich.  Denn jeder hatte schon den Horror eines Umzugs erlebt und konnte mancherlei lustige Geschichte über nicht endend wollenden Kistenberge und Handwerker, die jenseits aller Zeiten etwas tun oder nicht tun, erzählen. Alle haben überlebt. Wir auch?

Wir übten uns in konzentrierter Gelassenheit und üben noch immer. Balancieren auf der Leiter mit Farbeimer, rollern gelassen  4,5o hohe Decken, lassen uns gleichmütig den Stuck ins Gesicht platschen, greifen zum Spachtel und verputzen liebevoll. Und rollern weiter.

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Kisten schleppen oder Klo putzen – alles ist Zen. Und Zen ist nichts. Ohne Absicht sitzen und die Klappe halten. Nur sitzen. Oder pinseln oder verputzen. Das Kino im Kopf und die Ungeduld im Bauch zähmen. Atmen. Nur Atmen. Alles wird gut.