Pizzzica – neu aufgelegt

NotteDellaTarantaTamburinOh Santu Paulu meeeuuuu te le tarante …. in diesen Sommernächten singt und trommelt es wieder von den salentinischen Plätzen. Nacht für Nacht, in irgendeinem Dorf tritt immer eine Pizzica-Truppe auf. Ende Juni wurde wieder Santu Paulu gefeiert, der Heilige, der angeblich vor den Bissen der Tarantel schützt. Natürlich auch in Galatina, dem Landstädtchen, das die Kulisse für meinen „Tanz der Tarantel“ ist, selbstredend ohne ermordeten Pizzica-Musiker.

 

Noch während auf der Bühne Pizzica-Gruppen auftraten, sammelten sich Tamburinspieler ungeduldig vor der Kirche von Santo Paolo. Sobald das offizielle Konzert-Programm beendet war, begann nach Mitternacht das wahre Fest auf der Piazza, mit Musikern und Tänzern aus den umliegenden Dörfern.

Inzwischen experimentieren einige Musiker mit der traditionellen Musik des Salento. Da schwingen dann arabische und afrikanische Töne oder Klänge vom Balkan mit, mal sind es furiose Experimente, mal stille Erkundungen. Dazu gehören Antonio Castrignanò und Ninfa Giannuzzi – zwei Musiker, die auf komplett unterschiedliche Weise den Traditionen der Pizzica die Treue halten, sie aber mit ihrem eigenen Temperament ins Heute übersetzen.

Den Tamburinspieler Antonio Castrignanò habe ich mit seiner Band in einer lauen Nacht vor den wuchtigen Mauern des Städtchens Otranto gehört: Er trat auf die Bühne, schaute etwas irre, ließ sein Tamburin vibrieren – und die Piazza tobte. Nebenbei: Falls irgendjemand Ähnlichkeiten zu meinem ermordeten Pizzica-Musiker vermutet: Ich schwöre bei den Tantiemen für den „Tanz der Tarantel“, ich habe Antonio Castrignanò in diesem Juni zum allerallerersten Mal auf der Bühne gesehen. Aber hätte ich Nicolà nicht bereits erfunden und das Buch nicht schon geschrieben … egal, hier das Video von einem anderen seiner Auftritte:

Die Sängerin Ninfa Giannuzzi dagegen habe ich eines Nachts auf einer Masseria erlebt. Im Schutz der Bäume saß sie zusammen mit einem Trompeter und einem Gitarristen vor einem kleinen Publikum, eine fast private Athmosphäre für die stillen, leicht jazzigen Arrangements – nicht tanzbar, aber wunder-voll zu hören. Ein mystischer Auftritt.

 

 

 

 

 

Eine Antwort zu „Pizzzica – neu aufgelegt“

  1. Corinna

    Also in Triggiano spielen sie offensichtlich lieber Rigoletto als Pizzica, was ich sehr schade finde, denn seit Deinem aktuellen Roman höre ich mir immer mal Pizzica auf Youtube an. Im nächsten Sommer muss ich unbedingt in den Salent!

    Antwort

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