Posts tagged ‘Musik’

Sound of Summer

Ab heute liegt er in den Buchläden – der „Sommer unseres Lebens“. Tusch, Konfetti – ich freu mich so, ich freu mich so und leg noch eins drauf: Wer nicht nur lesen, sondern auch hören will, findet auf Spotify den Soundtrack zum Buch. Songs von den Mixtapes, die Miriam, Hanne und Claude im R4 rauf und runter hörten. Vom Lagerfeuer am portugiesischen Atlantikstrand. Aus Fadolokalen, Lissaboner Kneipen und aus meinen langen Nächten am Computer, in denen ich die Geschichte der drei Freundinnen aufschrieb.

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Hier ist er, der Soundtrack zum Sommer unseres Lebens.

Notte della Taranta 2014

NotteDellaTarantaFalls Ihr gerade im Salento Urlaub macht und wissen möchtet wie sich der Soundtrack vom „Tanz der Tarantel“ anhört und anfühlt, dann seien Euch wärmstens die 15 Konzerte der „Notte della Taranta“ auf 15 verschiedenen Piazze im Salento ans Herz gelegt. Hier das Programm. Weiterlesen…

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Pizzzica – neu aufgelegt

NotteDellaTarantaTamburinOh Santu Paulu meeeuuuu te le tarante …. in diesen Sommernächten singt und trommelt es wieder von den salentinischen Plätzen. Nacht für Nacht, in irgendeinem Dorf tritt immer eine Pizzica-Truppe auf. Weiterlesen…

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Lebenslieder

Als ich 16 Jahre alt war, schenkte mir eine Freundin meiner Mutter eine LP. Vom cover guckte mich ein Typ mit Strickmütze und Nickelbrille an: Lucio Dalla. Auch wenn ich mich lange noch nicht für Italien interessieren sollte und mir die allgemeine deutsche Toskanafraktion mit ihrer Schwärmerei von dolce vita und tralalala sonstwo vorbei ging, aber diese italienischen Liedchen von dieser Platte von … wie hieß der noch gleich? … die hab ich immer wieder vor mich hingesummt, während Udo Lindenberg und die Neue Deutsche Welle und allerlei Rock und Jazz mein Leben beschallte. Weiterlesen…

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ESC: Yogi Bär swingt für Italien

Also, ich näsel ja bis heute verzückt und hartnäckig „Groon Pri Örovisioon dölla choonsoon“, anstatt „yurovischn songcontest“ zu nuscheln und das dynamische ESC kommt mir schon mal gar nicht über die Lippen. Damals, als ich mit Mama und Papa und großem Bruder vorm Fernseher sass und meine erste musikalische Sozialisation bei Graubrot und Gewürzgurken durchmachte, hieß das Ding schlicht und feierlich Grand Prix. Schon damals ging’s vor allem drum, durchzuhalten, nicht im Laufe des Abends im musikalischen Schmalztopf abzusaufen und am Ende schnarchend das Beste zu verpassen: Die Punkte! Die Punkte! Meist niederschmetternd in drei Sprachen für Dschörmeny: zero point!  oder öhn point. Ja, Kinderchen, DAS waren Zeiten. Weiterlesen…

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… eine Schatzkiste

Was ich vermissen werde … wir haben zwar immer noch keine Wohnung in Genua – grad habe ich mit einer Maklerin telefoniert, die ein 140 m2 großes Haus am Meer vermietet – ach, was sage ich Haus am Meer, ein Traum, ein Schiff, das an der ligurischen Felsküste vor Anker liegt, sofern man den Fotos im Internet glauben darf. Alles weiß, dazwischen große Fenster, gleichsam lichte blaue Quadrate in weißen Mauern. Eine Terrasse wie eine Schiffsreling. Die Romanze kostet, na? 3000irgendwas Euro, sagt die Maklerin kurz und trocken. Jeden Monat. Ok. Das ist jenseits aller guten Geister. Keine Besichtigung nötig. Kalte Dusche, aufgewacht, kurz geschüttelt. 3000irgendwas Euro Miete für 140 m2. „Nur für Mauern!“ empört sich meine Freundin Emilia, „da hast du dich noch nicht gewaschen, gewärmt oder Licht angeknipst!“ – will sagen: ohne Wasser, Heizung, Strom. Nur Mauern. Lächerlich. Stimmt. Aber … egal. Es gibt sicher auch hübsche Plätze für kleineres Geld.

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Also: … was werde ich vermissen, wenn wir nicht mehr im Süden des Südens, auf dem letzten Zipfel Italien leben?

Schatzkiste aus dem Salento, die Erste:

Ganz, ganz sicher den 1. Mai und Kurumuny. Kurumuny ist ein altgriechisches Wort für den Sproß eines Olivenbaumes. Im Salento gibt es Olivenbäume, die sind vier-, fünfhundert Jahre alt. Mächtige, knorrige Denkmäler, wundersam verwachsen, die wie Weise still und erhaben zwischen Himmel und Erde wachen.

Kurumuny ist auch ein Stück Land im Herzen des Salento, das seit Urzeiten bewirtschaftet wird. Und der Platz, um in bester Tradition, den 1. Mai zu feiern. Man stelle sich ein buntes Frühlingsfest vor, alle dürfen kommen und tatsächlich kommen alle. Viele, viele gut gelaunte Freunde, die gemeinsam essen und trinken bis es nichts mehr gibt, singen und tanzen, ach, einfach das Leben feiern. Von morgens bis tief in die Nacht. Ein rundes Friede-Freude-Eierkuchen-Fest zwischen blühenden Wiesen, unter Feigen- und Olivenbäumen im Garten dieser alten Masseria, einem apulischen Landgut. Kinder kegeln herum, hängen in den Bäumen und bolzen auf der Wiese. Picknickkörbe werden ausgepackt, Grillduft zieht durch das Grün – wer schnell genug ist, kriegt noch ein Stück Fleisch, und wer seinen Becher rechtzeitig parat hält, bekommt ihn am Nebentisch mit Rotwein gefüllt. Regenbogenfarbene Friedens- und die rote Che Guevara-Fahnen flattern am Himmel. Irgendwo singen mehrstimmig alte Frauen, eine Truppe aus dem Senegal trommelt und wirbelt über den alten Dreschplatz, auf dem ansonsten salentinische Musikgruppen ihren Auftritt haben. Denn was wäre Kurumuny ohne Musik?

Ohne Pizzica?

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Wer immer ein Instrument spielt, bringt es mit, Gitarren, Geigen, Akkordeon und Tamubrine, jaah, auf jeden Fall Tamburine, die gehören im Salento zum Inventar eines anständigen Haushaltes. Frauen, meist Arbeiterinnen in den Tabakfeldern, die von der Tarantel gestochen worden waren, tanzten sich einst mit Pizzica in Trance. Eine Art Exorzismus, um sich von dem Gift der Spinne zu reinigen. Man könnte auch sagen: Befreiung.

Heute tanzen alle Pizzica. Wirklich alle. Oma und der coole Enkel, echte Freaks und aufgebrezelte Mädels. Pizzica ist Kult. Pizzicare heißt kneifen und wer einmal in einer lauen Sommernacht auf einer salentinischen Piazza vom tanzenden Mob aus mehreren Generationen und von den Rhythmen der Tamburine befallen wurde, den lässt diese Musik, Volks-Musik im besten Sinn, nicht mehr los.

Am 1. Mai hab ich vielleicht noch keine neue Wohnung, aber ich möchte definitiv nirgendwo anders anders sein, als genau dort. Kurumuny.

 

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… in Bewegung

 

Zurück in Lecce, in der alten Heimat. Mit einer neuen Musik. Aus Genua, unserer zukünftigen Heimat.

Auf dem Rückweg aus den Bergen – ich gestehe: die Woche Schnee und Ski auf 2.000 Metern war, nun der Öst’reicher dät sag’n „supa guat“, die Hamburgerin in mir würde eher „schon schön“ formulieren, die Italienerin ein „bell-iss-i-ma“ hauchen und mit Geste und eindringlichem Blick untermalen – also, auf der Rückfahrt haben wir einen Schlenker über Genua gemacht. Wohnung suchen. Sind schließlich nur noch gute drei Monate bis zum Umzug. Eine Wohnung haben wir noch nicht gefunden, aber schon mal den kulturellen Horizont etwas erweitert.

Also, Fabrizio de Andrè. Ich gestehe, dass mir das eine oder andere Lied von ihm geläufig war, wenigstens Andrea, das kennen wir doch alle, oder? Sein wahrhaftiger Mythos ist allerdings in meinem sechsjährigen Leben in Süditalien glatt an mir vorbei gezogen. 1940 in Genua geboren, 1999 gestorben, jung genug, um eine Legende zu werden. Liedermacher und Anarchist, der den Stoff für seine Lieder in den Gassen von Genua fand, bei den Huren und Proleten, den Ausgestoßenen und Verlierern. Der die klassischen großen Themen – die Liebe, den Krieg, die Freiheit, den Tod – in poetische Portraits verwandelte.  Und natürlich immer wieder: Genua.

Zum 10. Todestag ehrt die Stadt nun Fabrizio de Andrè mit einer Ausstellung, in der alle multimedialen und interaktiven Register gezogen werden. Nicht in irgendeinem versteckten Kulturzentrum, sondern im zentralen Palazzo Ducale mit richtig viel tam-tam. Ein gesellschaftsfähiger Anarchist in Berlusconilandia. Das ist doch ein zarter Schimmer der Hoffnung. Wie sang einst Rio Reiser bei Ton-Steine-Scherben: „Wenn die Nacht am tiefsten steht, ist der Tag am nächsten …“?

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… sehnsüchtig

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La Sponda Sud, „das südliche Ufer“ – mediterrane Musike von Eugenio Bennato, warm und sonnig und ein bischen sehnsüchtig. Schönes Kontrastprogramm zum Skisocken und lange Unterhosen einpacken – wir fahren in den Schnee.

Österreich, Hütte auf 2.000 Metern. Schnee, nichts als Schnee und also Ski foahn, nichts als Ski foahn. Aus dem Bett in den Skikeller auf die Piste und runter (richtig: runter!) zum Lift. Den ganzen Tag Schnee und weiß und Pisten mehr und weniger elegant runterwedeln und nachmittags rechtzeitig bremsen, um aus den Bindungen wieder in den Skikeller zu springen. Das ist schön, eigentlich. Sofern man das toll findet, nichts anderes zu tun außer Ski fahren. Und natürlich saunen, essen, trinken, schlafen.

Der Gatte ist ja eher ein Berg-Mensch, der findet die weiße Welt da obi über der Baumgrenze in höchstem Maße entspannend. Die Jungs finden’s auch klasse, sehen ja in Süditalien keinen Schnee, also höchstens mal einen leichten Flaum, der sofort wie Geheimschrift wieder entschwindet. Und ich bin so naja. Verbrachte mehr als 40 glückliche Lebensjahre ohne Brettln und so ganz will sich mir auch nicht der Sinn erschließen, warum man sich steile Berge runterstürzen muss und was dieser gigantische Freizeitpark am Berg mit Natur pur zu tun hat. Kurz: Eigentlich könnte ich mir auch gut vorstellen, irgendwo zwischen Palmen in ’ner Hängematte am Meer zu baumeln. Hab’s halt gern warm. Am liebsten am Meer.

Also freu ich mich wie jedes Jahr schon auf die Rückfahrt, aus den Bergen durch die neblige Po-Ebene, den ganzen langen Tag den langen Stiefel runterrollen, an der Adria längs, immer gen Süden bis wir mit dieser Musik schließlich wieder auf dem letzten Zipfel Italien eintrudeln.

Che me fa fa‘ st’ammore
tutta la vita a navigare
tutte le vele a consumare
tutte le isole a scoprire
la sponda sud di tutti i venti
la sponda sud di tutto il mare
incontro a tutte le correnti
per navigare sempre un po‘ più avanti
Che me fa fa‘ st’ammore
la grande Africa attraversare
dalle sorgenti fino al mare
per ritrovare tra quella gente
il Sud di tutte le leggende
per ritrovare la bellezza
e dissetarsi e ripartire
per una sponda ancora da scoprire
Che me fa fa‘ st’ammore
abbandonare ogni certezza
e navigare e innamorarsi
‘e tutte l’isole mai truvate
‘e tutte e mmusiche mai sentute
e tutte ddonne scunusciute
e naufragare cu chist’ammore
per una sponda sud da scoprire ancora
(coro etiope)
Yihewna e’ndtmarew
azneh betefe terew
yemiy azefinh hasmat
kim bekel yel’lebet alem
[Traduzione]
Affinché tu impari
dispiaciuto per quel
che è successo
la magia che ti fa cantare
Che me fa fa‘ st’ammore
coi musicisti diseredati
con gli ambulanti di ogni fiera
con una nave senza bandiera
per ripartire da ogni porto
e sopravvivere in mare aperto
agli invisibili temporali
delle onde radio multinazionali
Che me fa fa‘ st’ammore
seguire Napoli fino in fondo
andare a scuola di contrabbando
rubare e vendere la sua arte
giocare al gioco delle tre carte
girare il mondo per piazzare
il suo concerto senza frontiere
di voci bianche e di voci nere
Que me face isto amor
toda a vida a navigar
todas as velas a rasguear
todas as islas a descubrir
a praia sud de todos os ventos
a praia sud de toto o mar
pra enfrentar todas as ondas
e navigar multo mais a frente
(Coro etiope)
Che me fa fa st’ammore
tutta la vita a navigare
tutte le vele a consumare
tutte le isole a scoprire
la sponda sud di tutti i venti
la sponda sud di tutto il mare
e naufragare con chist’ammore
per una sponda sud da scoprire ancora

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